Inspirationen: Dungeonsynth

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Musikalische Untermalung im Rollenspiel ist ein beliebtes Diskussionsthema. Manchen stört es, andere schwören drauf. Und selbst unter den Befürwortern gibt es Debatten über das was, wie und wann. Greift man zu Film/Serien Soundtracks oder spezieller Rollenspielmusik? Ist reines Ambiente besser als Musik? Stört Gesang? Und wie verwaltet man die Playlisten am besten ohne zum DJ zu werden?
Wer in der PreInternet Zeit mit Musik spielen wollte, hatte es da leichter. Schließlich waren Auswahl, Verfügbarkeit und technische Möglichkeiten sehr viel beschränkter als heutzutage. In meiner Jugendgruppe gab es drei Dauerbrenner: der Conan Soundtrack, der Braveheart Soundtrack und der Soundtrack des PC Spiels „Das schwarze Auge – Schatten über Riva


Kleiner Exkurs für die Millenials: zu Beginn der CD-ROM als Datenträger war es üblich die Spieldaten als ersten oder letzten Track auf die CD zu pressen und Musik daneben als einzelne Tracks. Diese konnte man auch in einen handelsüblichen CD-Player abspielen. Aber Vorsicht: der Datentrack konnte Trommelfell und Boxen sehr belasten.


Und hier komme ich nun zu Dungeonsynth. Hierbei handelt es um eine musikalische Spielart, die im Zuge der Synth- und Retrowave Welle aufkam und ihre Wurzeln (neben Black Metal Intros) in den Soundtracks der alten Dungeoncrawl Computerspiele wie Lands of Lore, Eye of the Beholder oder DSA – Schatten über Riva hat. Man könnte also fast von so etwas wie einer musikalischen OSR Bewegung sprechen.
Die meisten werden das Genre wohl als billiges Synthiegeduddel abspeisen, ich kann in dieser minimalstischen, repetitive und künstlich anmutenden Musik durchaus mehr entdecken. Für mich vermitteln viele Interpreten unheimlich viel Atmosphäre, ohne sich dabei zusehr in den Vordergrund zu drängeln. Und das war wahrscheinlich auch die Intention der alten PC Soundtracks. Somit eignet sich viele Interpreten meiner Meinung nach wunderbar als Spielhintergrund oder als unaufdringliche Schreib-/Lesebegleitung. Und davon abgesehen finde ich diesen Brückenschlag zwischen „Old School“ PC Games, Musik und Pen and Paper RPG ziemlich spannend.
Bevor ich jetzt aber groß weiter über Musik fachsimpeln, hier ein paar konkrete Empfehlungen und Links zu weiteren Vertiefung des Themas.
Falls jemand Ergänzungen dann, steht die Kommentarfunktion natürlich zur Verfügung.

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1 Kommentar

  • Interessanter Artikel. 🙂

    Auch ich habe ein paar Erinnerungen an die Soundtracks von Spielen wie „Schatten über Riva“ oder auch „Die Schicksalsklinge“ (und ja, bei Praios, der verhasste Datentrack!), und auch den inspirierenden Effekt bei den verlinkten Künstlern kann ich nachvollziehen – allerdings eher als Begleitung beim Lesen oder Schreiben von Abenteuermaterial als zum tatsächlichen Einsatz beim Rollenspiel. Davon hat mich das „repetitive Gedudel“ immer zu sehr abgeschreckt.

    Wenn man allein am PC sitzt und zockt, nimmt man die Musik vermutlich anders wahr, als am Tisch im Rollenspiel-Gespräch mit anderen, wo einem in den Pausen, wenn man selbst nicht redet, das Gedudel im Hintergrund irgendwie viel stärker auffällt.

    Ich verwende auch gerne Musik zur Untermalung, gerade Spiele-Soundtracks sind da wirklich sehr ergiebig. Die neueren, (synthetisch-)orchestralen lasse ich mal raus, dazu findet man genug Input anderswo, aber mich inspirieren auch viele ältere 8-Bit-Soundtracks von (S)NES-Spielen wie Final Fantasy, Lufia, Legend of Zelda, Terranigma, MegaMan uvm., vieles davon findet man auf YouTube.

    Wie auch beim Dungeonsynth muss man den Stil natürlich mögen, aber wer weiß, vielleicht stoßen die Sachen ja in der einen oder anderen Spielrunde auf Begeisterung.

Von Frank

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